Innovationspreis in der Kategorie Handwerk würdigte innovativ interpretierte Tradition
25. Februar 2026
Die 66. Verleihung des Innovationspreises im Steirischen Vulkanland fand in der Fachschule Schloss Stein in Fehring statt. Ein guter Platz für die Verleihung der Preise in der Kategorie Handwerk, hat sich die Region „Fairing“ mit Fehring, Kapfenstein und Unterlamm doch als Epizentrum des Handwerks im Vulkanland positioniert. „Fehring macht rundum glücklich“, versicherte Bürgermeister Johann Winkelmaier zum Start und war schließlich selbst einer jener Glückspilze, die sich gleich über mehrere Preise von Betrieben aus „seiner“ Gemeinde freuen durften.
„Jede Tradition war immer mal auch eine Innovation“, erkannte Martin Gutmann, der gemeinsam mit seiner Frau Silvia Brandi den Hauptpreis entgegennehmen durfte. Mit ihrem „Farmlab“ in Kapfenstein, in dem alte Handwerkstechniken mit neuen Möglichkeiten zeitgemäß interpretiert werden, überzeugten sie die Jury. Konkret reichten Gutmann und Brandi die „Yakisugi-Fassade“ – einseitig verkohlte Schalungsbretter sorgen für extrem gute Witterungsbeständigkeit und lange Lebensdauer – und die Raku-Keramik aus dem 3D-Drucker ein.
Teresa Kirchengast aus Schützing holte mit hochwertiger, alltagstauglicher Keramik unter der Marke „Scherbenreserl“ Platz zwei. Hans-Peter Kirbisser aus Feldbach gewann schließlich mit der Austrian Drumhead Company, die urtümlich bespannende Felltrommeln perfektionieren, Platz drei. Kirbisser war aufgrund eines Schneesturms live aus New York zugeschaltet.
Gert Rücker und das JMB-Fashion-Team in Rohr reichte das in Kooperation entstandene Autwool-Gilet ein – ein durch und durch österreichisches Textilprodukt aus Schafwolle. Die Einreichung war Anlass, den Don Quijote der regionalen gewerblichen Textilproduktion mit glücklicherweise weit mehr Erfolgsmomenten für sein Lebenswerk zu ehren. Seine Kernaussage: „Wir sind nicht teuer, sondern die anderen sind auf Kosten Leidtragender zu billig.“
Sonderpreise für die Energievision gab es für die erneuerbare Energiegemeinschaft „PV-SO“ von Roland Gutmann und Armin Wagner mit risikofreier Teilnahme (Anmeldung ist über die Homepage möglich) und meist günstigeren Stromtarifen für Haushalte, sowie für die Lias Österreich in Fehring, für die CO2-neutrale Blähton-Produktion, umgangssprachlich besser bekannt als Leca.
Die Direktorin der Volksschule Kirchberg an der Raab, Petra Hackl, bekam für das frühzeitige Heranführen junger Menschen ans Unternehmertum den Schulinnovationspreis. Und Fabian Gross von “Gross Holz und Handel GmbH” in Weinberg durfte sich über den Sonderpreis „Bioökonomie“ freuen. Er überzeugte mit dem Aufbau eines regionalen Wertholzhandels. Den „Inwertsetzungspreis“ gab es für die Fehringer „FotoGrafin“ Nicole Oberhofer für ihr Dachboden-Fotostudio im alten Bauernhaus. Ihr Ziel ist es, Menschen in einer besonderen Umgebung in ihrer ganzen Schönheit abzulichten. Den „Produktinnovationspreis“ gab es für Jasmin Hirschmann und ihre Kirchbacher Schneiderei „Jassis Plissee und Mode“. Schön verpackte „Speiwindeln“, nachhaltig und strapazfähig, werden von Jasmin und ihren zwei Schwestern unter der Marke „kleine:r Spuck“ österreichweit vertrieben. Für die Ausrichtung des „Marktes der Korbflechter“ bekam die Gemeinschaft der Korbflechter im Vulkanland den „Kooperationspreis“. Claudia Stolzer, Josef Fink und ihr Team richteten vergangenes Jahr ein höchst erfolgreiches Korbflechter-Event im Zentrum Feldbach aus. Und schließlich wurde der Maschinenring Raabtal mit dem Sonderpreis „Wald.Charta“ für das in der Region Verfügbarmachen eines optimierten Schneidspalters, insbesondere auch für kleine Bedarfe, ausgezeichnet. Damit leiste der Maschinenring einen Beitrag zur möglichst gefahrlosen Stückholzaufbereitung, so Jury-Vorsitzender Christian Krotscheck.
Vulkanland-Obmann Josef Ober freute sich über die ungebrochene Innovationskraft in der Region. 66 Innovationspreise mit insgesamt 1.136 Einreichungen würden ein klare Sprache sprechen. Aus dem früheren Grenzraum wurde im Laufe der längsten Gemeindekooperation Österreichs ein Zukunftsraum mit viel Potenzial für die Zukunft.
Und sollte Udo Jürgens in seinem Evergreen „Mit 66 Jahren da fängt das Leben an“ recht haben, könnte man in Analogie darauf schließen, dass mit 66 Verleihungen der Innovationspreis der Region erst so richtig durchstartet.
© Roman Schmidt
























